Kirchgemeinde Staufberg


Die Taufe als Aufnahme in die Gemeinde gehört nach reformiertem Verständnis wenn möglich in den Gottesdienst. Die Taufe wurde daher von dieser Zeit im offiziellen Sonntagsgottesdienst vor versammelter Gemeinde durchgeführt. Die Taufe muss vor dem Taufstein vollzogen werden. Beibehalten wurde, noch aus vorreformatorischer Zeit, dass der Täufling in weiss gekleidet werde.
Der alte Taufstein ist leider nicht erhalten. Der heutige stammt aus dem Jahre 1770 und war ein Geschenk des damaligen Landvogtes von Lenzburg, Johannes Rudolf Schmalz, und ist mit dessen Wappen geschmückt.
Die alte Kanzel ist nicht mehr vorhanden. Man weiss auch nicht wie sie ausgesehen hat. Erhalten ist nur der achteckige Sockel der ehemaligen steinernen gotischen Kanzel. Die heutige Barockkanzel stammt aus dem Jahre 1720. Es sind verschiedene Wappen der noch heute existierenden Staufner-, Schafisheimer- und Niederlenzer Geschlechter abgebildet wie z.B.
Rohr = Staufen
Kull = Niederlenz
Härdi = Staufen
Wildi = Schafisheim etc.
Bei der Renovation 1994/1995 wurden ältere Farbschichten entdeckt. Das hellblau -oder Preussischblau wie es genannt wird - ist somit wahrscheinlich die ursprüngliche erste Farbe oder Bemalung von 1720.
Die Decke der Kirche wurde 1892 mit braunem Krallentäfer erneuert. Sie dunkelte mit der Zeit ab und wurde unansehnlich. Zwischen dem Chor und dem Kirchenschiff war eine Balkenatrappe angebracht. Auf Grund der im Estrich gefundenen Bretter, die die gleiche Farben und Ornamenten aufwiesen wie die Kanzel, wurde die Decke im barocken Stil rekonstruiert. Die Einteilung der heutigen Decke mit 5*6 Felder ist nicht willkürlich. Anhand der gefundenen alten Bretter, die immerhin 17% der alten Decke ausmachten, konnte man die Felderbreite und Länge genau bestimmen. Auch die Ornamente sind original der gefundenen Stücke genau gleich, freihändig, ohne Schablonen aufgemalt. Je nach Lichteinfall erscheint die Decke grau- grün- blau. Im Sonnenlicht hat das preussischblau einen grünlichen Schimmer.